Ortografie un Uutspraak

Auf dieser Seite wird vor allem die Neumissingsche Schreibweise und das Neumissingsch (NMS) vorgestellt. Die Altmissingsche Schreibweise als Ausgleichsschrift könnt ihr hier aber auch finden. Das NMS soll die Eigenheiten des Missingsch phonetisch genauestens wiedergeben und vor allem die Besonderheiten hervorheben. Dabei wird Missingsch komplett synchron behandelt, auch in Bezug auf seine Phonologie, Grammatik und Sprachbau. Der Versuch, es möglichst anders aussehen zu lassen, ist keiner, um den groß ein Hehl gemacht wird. Eine Orientierung an anderen orthographisch auffälligen Sprachen, wie dem Walisischen, nordamerikanischen oder slawischen Sprachen, ist beabsichtigt. Es soll zeigen, wie sehr die Wahrnehmung und Dokumenation von Sprachen durch ihre Beschreibung beeinflusst werden, wenn diese Beschreibung durch die Linse anderer Sprachen, wie hier dem Deutschen, geschieht. Man stelle sich daher Missingsch als eine neuentdeckte Sprache, die nun völlig isoliert zum ersten beschrieben und dokumentiert wird.

Denkt man sich die freilich nicht von der Hand zu weisende, nähere Verwandtschaft zwischen Niederdeutsch und Deutsch weg, so stehen sich Missingsch und Jiddisch in nichts nach, was die Nähe und Entfernung zum heutigen Standarddeutschen betrifft.

Fernab von dieser Spielerei soll dies aber der Authentizität des Missingsch keinen Abbruch tun. Phonetisch wird auch hier das ‚Urmissingsch‘ so gut wie möglich zu beschreiben versucht, ebenso wie seine Grammatik und sein realer Sprachgebrauch. Wie in der Einführung beschrieben, herrscht ein breites und feines Kontinuum zwischen Missingsch und Standarddeutsch. Die hier benutzte Variante ist als das dem Deutschen entgegen gesetzte Ende des Kontinuums zu verstehen, als ein Missingsch kurz nach seiner Entstehung im Urzustand, irgendwo im Bereich des niederdeutschen Sprachgebietes des nordniedersächsischen Dialektes.